Gemeinderat, Verwaltung und Arbeitskreis für Energie und Umwelt informieren sich vor Ort
Wie kann eine klimafreundliche und zugleich wirtschaftlich tragfähige Wärmeversorgung in einer Gemeinde konkret aussehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Delegation aus Mitgliedern des Gemeinderats, der Verwaltung und des Arbeitskreises für Energie und Umwelt (AKEU) angeführt von Bürgermeister Dominik Männle bei einer Vor-Ort-Besichtigung des Nahwärmenetzes in Dingelsdorf/Wallhausen. Die Exkursion war vom AKEU organisiert worden und knüpfte an einen bereits Ende letzten Jahres durchgeführten Informationsabend zur Seewärmenutzung an.
Dingelsdorf und Wallhausen hatten sich 2022/2023 für den Aufbau eines Nahwärmenetzes unter Nutzung der Seewärme entschieden. Noch im selben Jahr konnte die Firma solarcomplex AG aus Singen für die Planung und Umsetzung gewonnen werden. Nach Vorliegen der Förderzusagen wurde Ende 2025 mit dem Bau begonnen.
Umfassende Einblicke aus erster Hand

Die Führung übernahm Bene Müller, Geschäftsführer der solarcomplex AG, die als regionales Unternehmen von der Planung über die Finanzierung und den Bau bis zum späteren Betrieb die volle privatwirtschaftliche Verantwortung für die Realisierung der Anlage übernommen hat. Solarcomplex betreibt bereits erfolgreich mehr als 20 Nahwärmenetze in unserer Region.
Müller erläuterte das Projekt von den ersten Überlegungen und den notwendigen Genehmigungsverfahren über die Planung und technischen Herausforderungen bis hin zur konkreten Umsetzung und zum Betrieb des Wärmenetzes.
Dabei wurde deutlich, dass bei einem solchen Projekt zahlreiche Aspekte zusammenspielen müssen. Neben der technischen Konzeption geht es ebenso um Genehmigungen, das Einwerben von Fördergeldern und insbesondere um die Frage, wie möglichst viele Kunden für den Anschluss an ein derartiges Netz gewonnen werden können.
Für die Mitglieder der Delegation war insbesondere der Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette – von der ersten Idee über Genehmigung und Bau bis zum späteren Betrieb und der Versorgung der Kunden –besonders aufschlussreich. Viele Fragen konnten direkt vor Ort mit Bene Müller diskutiert werden.
Was kann Uhldingen-Mühlhofen daraus lernen?
Der Besuch in Dingelsdorf kann sicher keine Entscheidung für Uhldingen-Mühlhofen vorwegnehmen. Die örtlichen Voraussetzungen, Wärmebedarfe, Siedlungsstrukturen und technischen Möglichkeiten müssen jeweils individuell betrachtet werden.
Die Besichtigung hat jedoch gezeigt, dass auch anspruchsvolle Wärmekonzepte mit der entsprechenden Planung, einem erfahrenen Partner und einem tragfähigen Betreiber- und Geschäftsmodell praktisch und wirtschaftlich umgesetzt werden können.
Wichtige Grundlage für die kommenden Beratungen
Für Uhldingen-Mühlhofen kommt die Besichtigung zum richtigen Zeitpunkt. Die derzeit laufende und bis Anfang 2027 abgeschlossene Kommunale Wärmeplanung wird aufzeigen, wie die heutige Wärmeversorgung in der Gemeinde aussieht und welche Möglichkeiten und Handlungsszenarien für eine nachhaltige und zukunftsgerechte Wärmeversorgung bestehen.
Auf dieser Grundlage sind die unterschiedlichen Optionen für die zukünftige Wärmeversorgung zu bewerten. Die Besichtigung in Dingelsdorf hat dazu einen wichtigen praktischen Baustein geliefert: Sie zeigt, wie eine konkrete Lösung aussehen kann, welche Herausforderungen auf dem Weg dorthin zu bewältigen sind und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit aus einem technischen Konzept letztlich eine wirtschaftlich tragfähige Wärmeversorgung für die Bürgerinnen und Bürger werden kann. Genau dieser unmittelbare Praxisbezug war auch Ziel der Exkursion.
Weitere Informationen zum Seewärmeprojekt Dingelsdorf/Wallhausen finden Sie hier .
Weitere Informationen zur Firma solarcomplex finden Sie hier.
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